Anwendungsfall · Vertragsänderung
Ein Eintritt wird gefeiert, ein Austritt wird organisiert. Dazwischen liegen die Vorgänge, die niemand feiert: die Gehaltserhöhung, die kürzere Woche nach der Elternzeit, die verlängerte Befristung, der Wechsel in ein anderes Team. Sie sind der häufigste Fall in einer Personalakte und der am schlechtesten belegte.
In Caltrix ist eine Vertragsänderung ein neuer Stand ab einem Datum und kein überschriebenes Feld. Der alte bleibt lesbar und alles, was gegen den Vertrag rechnet, rechnet ab dem Stichtag gegen den neuen.
Staff liefert die Anlässe, Campus organisiert die Weitergabe: Eine neue Position bietet die Pfade der neuen Rolle an.
Das Muster
Die Änderung selbst ist in einem Gespräch vereinbart. Was danach kommt, verteilt sich auf vier Ablagen und drei Personen.
Das Gespräch war im August, wirksam wird die Änderung im Oktober. Bis dahin lebt sie in einer E-Mail. Das Schriftstück, das dazugehört, entsteht in dem Moment, in dem jemand daran denkt.
Ein Feld für die Wochenstunden, eine Zahl darin. Wer im Februar belegen muss, was im Oktober galt, sucht in Dateien, deren Namen auf „final“ enden.
Urlaubstage, Genehmigungsweg, Kostenstelle, Zugänge. Eine Änderung zieht mehrere nach sich und jede davon liegt woanders. Was dabei ausfällt, fällt Monate später auf.
Wie es läuft
Jeder Schritt schreibt an dieselbe Stelle und keiner löscht den Stand davor.
Vertragsart, Wochenstunden, Arbeitszeitmuster, Befristung, Probezeit: Was sich ändert, entsteht als neuer Stand ab dem Tag, an dem er gilt, und der bisherige endet am Tag davor. Zwei Stände, die sich überschneiden, weist das System ab. Zwei gleichzeitig gültige Wochenstundenzahlen wären keine Historie, sondern ein Widerspruch.
Eine Erhöhung ändert die Vertragslage nicht: Sie ist ein Entgeltstand mit eigenem Gültigkeitsdatum, der am Vertragsstand hängt und innerhalb seiner Laufzeit beginnt. Im Protokoll stehen Datum, Grund und Gehaltsband, der Betrag selbst nicht. Er liegt verschlüsselt in der Akte. Ihn daneben ins Protokoll zu schreiben hieße, die Verschlüsselung durch die Hintertür wieder aufzumachen.
Wer ab Oktober drei Tage arbeitet, verbraucht für eine freie Woche drei Urlaubstage und nicht fünf. Der Arbeitskalender zieht für jeden einzelnen Tag den Stand, der an diesem Tag galt, der September rechnet also weiter nach dem alten Muster. Der Genehmigungsweg folgt ebenso: Wechselt die Berichtslinie, geht der nächste Antrag an die neue Führungskraft, ein bereits eingereichter bleibt bei der alten, weil der Weg beim Einreichen festgeschrieben wird. Der Jahresanspruch an Urlaub rechnet sich davon nicht neu, er wird beim Anlegen der Jahreszeile anteilig vorgeschlagen. Was einmal steht, bleibt stehen, bis jemand es ändert.
Aus dem aktuellen Stand entsteht der Entwurf des Nachweises der wesentlichen Vertragsbedingungen, aus Vertrag, Entgeltstand, Arbeitszeitmuster, Urlaubsanspruch und Kündigungsfrist. Was in keiner Datenbank steht, etwa die Tarifbindung oder der Arbeitsort bei mobiler Arbeit, bekommt eine sichtbare Lücke statt einer Erfindung. Ausgehändigt wird erst, wenn keine mehr im Text steht. Aushändigen ist ein Akt und kein Speichern: Danach steht der Text und trägt namentlich, wer ihn zu verantworten hat.
Caltrix stellt zusammen und beurteilt nicht. Was das System vorrechnet, ist ein Vorschlag mit sichtbarer Grundlage, keine Rechtsberatung und kein Ersatz für sie.
Wenn ihr es lieber am Stück lesen oder jemandem in der Firma vorlegen wollt.
Wir tragen sie einmal ein, vom Stichtag bis zum Nachweis. Ihr seht dabei, an welchen Stellen euer heutiger Weg auf das Gedächtnis einer einzelnen Person angewiesen ist.