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Methodik

Warum auch die Inhouse-Veranstaltung eine Planung verdient

10. August 20264 Min. Lesezeit

Die interne Veranstaltung gilt als der einfache Fall. Kein externer Referent, kein Hotel, keine Rechnung, die jemand freigeben müsste. Ein Termin im Kalender, ein Raum, ein paar Folien, fertig. Genau deshalb wird sie meistens nebenbei organisiert. Und genau deshalb kostet sie am Ende häufig mehr Nerven als eine eingekaufte Schulung.

Dabei geht es nicht um mehr Bürokratie. Es geht um die wenigen Entscheidungen, die vorher fallen sollten, damit hinterher niemand suchen muss.

Kostenlos ist sie nur auf dem Papier

Eine Inhouse-Veranstaltung mit 25 Teilnehmenden über zwei Stunden bindet 50 Arbeitsstunden, dazu die Vorbereitung derjenigen, die sie halten. Es entsteht nur keine Rechnung, und was keine Rechnung erzeugt, taucht in keiner Auswertung auf. Der Aufwand ist trotzdem da, er verteilt sich lediglich über viele Kalender.

Wer das einmal überschlägt, plant die nächste Runde anders. Denn zwanzig Minuten Verzögerung am Anfang sind bei dieser Gruppengröße mehr als ein ganzer Arbeitstag, und der fehlt an anderer Stelle.

Drei Stellen, an denen es regelmäßig klemmt

Niemand weiß, wer kommt

Die Einladung geht an einen Verteiler, Zusagen kommen als Antwort zurück, Absagen kommen gar nicht. Am Tag selbst stehen entweder zwölf Stühle für dreißig Personen oder dreißig für zwölf. Beides ist ärgerlich, doch das eigentliche Problem liegt davor: Ohne verlässliche Anmeldung lässt sich weder der Raum passend wählen noch die Unterlage in der richtigen Zahl vorbereiten.

Der Raum ist doppelt vergeben

Der große Besprechungsraum ist in der Firma die knappste Ressource, dicht gefolgt vom Beamer und dem Fahrzeug für den Standortwechsel. Wer nur den eigenen Kalender pflegt, sieht die Belegung der anderen nicht, und dann treffen sich zwei Gruppen vor derselben Tür. Ein gemeinsamer Ort für Räume und Ausstattung verhindert das, bevor es überhaupt entsteht.

Danach bleibt nichts übrig

Die Unterlagen liegen im Postfach der Person, die sie gezeigt hat. Wer nicht dabei war, erfährt nichts. Die Teilnehmerliste existiert als Foto eines handschriftlichen Zettels, und ein halbes Jahr später weiß niemand mehr, ob die neue Kollegin die Einweisung schon hatte. Der Termin war gut, der Ertrag verpufft trotzdem.

Was Planung im Kleinen wirklich bedeutet

Für eine interne Veranstaltung braucht es keinen Projektplan. Es braucht ein paar Punkte, die vor dem Versand der Einladung geklärt sind:

  • Das Ziel in einem Satz, damit die Einladung sich selbst erklärt.
  • Die Zielgruppe, und zwar wirklich abgegrenzt statt „alle, die mögen".
  • Termin, Dauer und die Zahl der Plätze.
  • Raum und Ausstattung, verbindlich reserviert und nicht nur mündlich zugesagt.
  • Anmeldung mit Zu- und Absage, damit die Zahl der Plätze etwas bedeutet.
  • Eine Erinnerung kurz vorher, denn drei Wochen alte Zusagen sind schwach.
  • Ein Ort für die Unterlagen, der auch nach dem Termin noch gilt.
  • Die Teilnahme, festgehalten am selben Tag.

Das ist in zehn Minuten entschieden, wenn es einmal irgendwo steht. Aufwendig wird es erst, wenn diese Punkte über Mail, Tabelle, Raumbuch und Gedächtnis verteilt sind.

Kapazität und Warteliste sind kein Luxus

Sobald ein Format wiederholt wird, entsteht die Frage nach den Plätzen von selbst. Eine feste Kapazität mit Warteliste beantwortet zwei Dinge auf einmal: Sie hält die Gruppe in der Größe, in der das Format funktioniert, und sie zeigt am Bedarf, ob ein zweiter Termin nötig ist. Wer stattdessen alle hereinlässt, bekommt eine Runde, in der die Hälfte zuhört, und keine Information darüber, wie viele es wirklich wollten.

Wann aus der Veranstaltung eine Schulung wird

Nicht jedes interne Format braucht denselben Rahmen. Ein Wissensaustausch am Mittag ist eine Veranstaltung, mehr nicht. Sobald aber Teilnahme verpflichtend ist, in festen Abständen wiederholt werden muss oder jemand später einen Nachweis verlangt, ist es eine Schulung. Dann gehören Pflichtlogik, Gültigkeit und Zertifikat dazu, und das trägt eine Einladung per Mail nicht mehr.

Die Grenze verläuft also nicht am Inhalt, sondern an der Frage, ob die Teilnahme später belegt werden muss. Wer das früh entscheidet, spart sich das nachträgliche Rekonstruieren, das erfahrungsgemäß genau dann ansteht, wenn die Zeit knapp ist.

Der einfache Anfang

Man muss nicht mit dem gesamten Veranstaltungsjahr beginnen. Es reicht, das nächste interne Format einmal vollständig durchzuziehen: Einladung mit Anmeldung, Raum verbindlich reserviert, Plätze begrenzt, Unterlagen an einem Ort, Teilnahme festgehalten. Der Unterschied zeigt sich schon beim zweiten Termin, denn dann steht die Hälfte der Arbeit bereits.

Wie das in Caltrix aussieht, steht auf der Seite zu Events. Geht es um verpflichtende Formate mit Nachweis, ist Training der passende Teil.

Häufige Fragen

Lohnt sich Planung auch bei einer kleinen internen Veranstaltung?
Ja, denn der Aufwand entsteht durch die Teilnehmenden und nicht durch die Größe der Organisation. Schon bei fünfzehn Personen kostet eine verschobene Stunde mehr Arbeitszeit, als die Vorbereitung selbst braucht.
Wie hält man fest, wer teilgenommen hat?
Über eine Anmeldung mit Zu- und Absage und eine Anwesenheitsliste am Termin. Wichtig ist, dass beides an derselben Stelle liegt wie die Einladung, sonst entstehen zwei Wahrheiten und keine davon stimmt.
Wann wird aus einer Veranstaltung eine Schulung?
Sobald die Teilnahme verpflichtend ist, in festen Abständen wiederholt werden muss oder ein Nachweis verlangt wird. Dann braucht es Pflichtlogik, Gültigkeit und Zertifikate statt nur eines Termins.

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